Ich war beim Rommé-Club in Grüsen zu Gast. Einer Runde, die schon seit über 20 Jahren fester Bestandteil des Dorflebens ist.
Jeden Montag von 14.00 bis 18.00 Uhr treffen sich rund zehn Frauen im Gemeindehaus zum Rommé spielen. Die Runde bringt dabei ganz unterschiedliche Generationen zusammen. Von Frauen von Anfang 60 bis zur ältesten Mitspielerin von 92 Jahren.
Dabei musste ich auch an meine Oma Gerdi denken. Von ihr habe ich das Kartenspiel gelernt. Auch sie hatte ihre feste Rommé-Runde und hat bis ins hohe Alter von 93 Jahren mit großer Freude gespielt. Schon bei ihr habe ich gelernt, dass bei solchen Runden längst nicht nur die Karten zählen.
Nach so vielen gemeinsamen Jahren kennt man sich einfach. Man freut sich auf den Montag, erzählt, was einen gerade beschäftigt, lacht miteinander und nimmt Anteil am Leben des anderen. Jede bringt etwas mit und so gehört auch das gemeinsame Essen ganz selbstverständlich dazu.
Besonders schön finde ich es, dass Frauen aus der Kernstadt, anderen Stadtteilen und sogar ausBesonders schön finde ich, dass hier Frauen aus der Kernstadt, anderen Stadtteilen und auch aus der Nachbargemeinde Haina an einem Tisch sitzen. Denn Gemeinschaft hört nicht an der nächsten Ortsgrenze auf. Sie wächst überall dort, wo Menschen aufeinander zugehen und gerne Zeit miteinander verbringen.
Vielleicht sind es genau solche Begegnungen, die zeigen, was Heimat ausmacht: sich kennen, sich aufeinander freuen und wissen, dass man dazugehört.
Vielen Dank für den herzlichen Empfang und die schönen Gespräche. Ich habe mich sehr gefreut, bei euch in Grüsen zu sein.

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